Isolated tuberculosis of the stomach
Schwarzer, R.; Gläser, A.
Zentralblatt für Chirurgie 96(17): 581-583
1971
ISSN/ISBN: 0044-409X PMID: 5577780 Document Number: 18204
An Hand eines Falles von isolierter Organtuberkulose des Magens (hypertrophische tumorartige Variante) mit Pylorusstenose wird zur Häufigkeit, klinischen Symptomatik und Therapie dieser seltenen Erkrankung kurz Stellung genommen: Der beschriebene Fall gehört zu den seltenen Beispielen einer isolierten Magentuberkulose, bei denen sowohl durch die klinischen und röntgenologischen Untersuchungen als auch durch die Sektion eine tuberkulöse Erkrankung anderer Organe, besonders der Lungen, ausgeschlossen werden konnte. Auch anamnestisch lag kein Hinweis auf eine frühere spezifisch-tuberkulöse Infektion vor. Entweder muß der Magen als Ort der Primärinfektion angesehen werden, oder es lag doch ein winziger Primärkomplex in der Lunge. Die Seltenheit einer isolierten Tuberkulose des Magens bestätigt auch das eigene Krankengut. Bei 4700 Magenresektionen wegen Ulkus oder Karzinom wurde in keinem weiteren Falle eine isolierte Magentuberkulose gefunden. Die ulzeröse und die tumorähnliche hypertrophische produktive Tuberkulose des Antrums besitzen besonderes chirurgisches Interesse. Während miliare Tuberkel des Magens uncharakteristische Beschwerden verursachen, entspricht das spezifische Ulkus in seiner Symptomatik oft einem einfachen Ulcus ventriculi oder duodeni mit Penetration. Meist liegt eine offene Lungentuberkulose vor [4]. Eine hypertrophische produktive Antrumtuberkulose imponiert klinisch dagegen oft als Magenkarzinom mit der Konsequenz einer ausgedehnten Resektion. Meist wird, wie bei dem eigenen Patienten, die Diagnose erst durch die histologische Untersuchung gestellt. Das gleiche gilt für penetrierende Ulzera ohne Miliartuberkulose [4]. Beide Erscheinungsformen der Magentuberkulose erfordern eine ausreichende Magenresektion mit nachfolgender gezielter tuberkulostatischer Behandlung. So ist eine Ausheilung der Tuberkulose zu erreichen. Auch bei dem eigenen Patienten fand sich ½ Jahr nach der Resektion bei der Sektion kein Anhalt für ein Fortbestehen der Tuberkulose.
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