Shakespeare and psychiatry
Pönitz, K.; Shakespeare, W.
Therapie der Gegenwart 103(12): 1463-1478
1964
ISSN/ISBN: 0040-5965 PMID: 5318293 Document Number: 5750
Vor über 50 Jahren hielt ich als Oberprimaner in jugendlicher Unbekümmertheit einen selbstgewählten Schulvortrag über das HamletProblem. "Ihr naht Euch wieder schwankende Gestalten." Dieses Goethe-Wort darf ich in etwas anderem Sinne jetzt gebrauchen: Die Schriftleitung fordert mich nun auf, als Neuropsychiater zu Shakespeare Stellung zu nehmen. Damals floß meine Rede leicht dahin, zumal das Thema viel begrenzter war und außerdem der große Goethe hinter mir stand, der im Wilhelm Meister das Hamlet-Problem ja eingehend, auch heute noch gültig, abgehandelt hat. Jetzt ist das Thema umspannender und muß auch wesentlich kritischer behandelt werden, umspannender, weil sowohl die Person Shakespeare als auch sein Werk zur Diskussion stehen, kritischer, weil die Frage gestellt werden muß, ob und inwieweit ein Psychiater das Recht hat, überhaupt zur Shakespeare-Frage das Wort zu ergreifen.
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