Drug dependence. a review of the narcotic and hallucinogenic effects of drugs
Haan, J.
Medizinische Monatsschrift für Pharmazeuten 4(5): 129-137
1981
ISSN/ISBN: 0342-9601 PMID: 7024769 Document Number: 5197
Betäubende und halluzinogen wirkende Drogen wurden in fast allen uns bekannten Kulturen angewandt. Ihr Gebrauch war häufig mit kultischen Handlungen verknüpft. Aber auch vor kriegerischen Auseinandersetzungen spielten sie eine Rolle. Cocain beispielsweise wurde und wird auch heute noch bei armen Völkern zur Hungerbekämpfung eingesetzt. Der Hexensabbath mit seinen orgiastischen Erlebnissen beruhte allein auf der halluzinogenen Wirkung von Salben mit Pflanzenextraktzusätzen. Mitte des 18. Jahrhunderts waren Haschisch und Opium in intellektuellen Kreisen Europas beliebte Drogen, ihre Wirkung wurde von Charles Baudelaire in "Les paradis artificiels" eindrucksvoll beschrieben. Auch in der ersten Hälfte unseres Jahrhunderts waren vor allem in Künstlerkreisen Drogen sehr beliebt, und im deutschen Sprachgebiet setzte sich der Arzt und Dichter Gottfried Benn mit den Drogen auseinander. Seit Anfang der 60er Jahre haben die Drogen auf weite Bevölkerungsschichten übergegriffen, und es entstand die sogenannte Drogenszene. Eine Verherrlichung des Drogengebrauchs erfolgte durch verschiedene Rock- und Beatsänger, geballt wurde zum Drogenkonsum in dem Film "Woodstock" aufgefordert. Die Bewegung der Gammler- und Hippiegruppen vollzog den Kontakt zu den Drogenanbaugebieten in Nahund Fernost sowie Lateinamerika. Auch die Studentenbewegung Ende der 60er Jahre hat zum Drogenund Medikamentenmißbrauch beigetragen. Das Bedürfnis nach Außenseitertum, Aussteigen aus der Gesellschaft und Anderssein wurde sehr schnell von geschäftsträchtigen Gruppen aufgegriffen und zu dem zerstörerischen Drogenmarkt ausgebaut.
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