The Muhlfeld's gadfly Hybomitra muehlfeldi (with supplemental reference to other Middle European tabanid species)

Chvála, M.; Eichler, W.

Angewandte Parasitologie 18(4 Suppl): 1-24

1977


ISSN/ISBN: 0003-3162
PMID: 596672
Document Number: 4685
Bremsen (Dipteren-Familie Tabanidae) sind im weiblichen Geschlecht zumeist obligatorische temporäre Blutsauger an Säugetieren und Reptilien (nur sehr selten an Vögeln). Sie sind wenig oder gar nicht wirtsspezifisch. Die Männchen saugen kein Blut. Die Larven entwickeln sich freilebend in feuchter Erde, manchmal auch direkt im Wasser. Die Bremsen sind entomologisch ziemlich gut erforscht. Das gilt jedoch nicht für das mit ihnen befaßte medizinische und veterinärmedizinische Schrifttum, weil in diesem bisher in der Regel die einzelnen Arten nicht (oder nur unzureichend) differenziert worden sind - obwohl wir annehmen müssen, daß sich die einzelnen Arten sowohl in ihrer Ökologie wie auch in ihrer hygienischen Bedeutung recht verschieden verhalten könnten. Von den aus Mitteleuropa bekannten ca. 65 Tabaniden-Arten gehören im Juli Hybomitra muehlfeldi und Hybomitra ciureai zu den häufigsten Plagegeistern von Mensch und Vieh. Auch Tabanus bromius (Juli, August) und Tabanus bovinus ("Pferdebremse"; geht nicht an den Menschen) sind sehr häufig, und ab Ende Juli dominiert in der Regel die ubiquitäre Haematopota pluvialis ("Regenbremse" genannt, weil sie besonders aktiv an Regentagen ist). Gefürchtet sind auch die ChrysopsArten (caeculiens, viduatus und reliclus) - aber sie entfernen sich nie weit von ihren Brutplätzen und sind deshalb mehr mosaikartig verbreitet. Alle diese Gattungen haben Bedeutung als lästige Blutsauger und Seuchenüberträger bei Mensch und Vieh. Wir greifen die praktisch sehr bedeutungsvolle Art Hybomitra muehlfeldi als Hauptgegenstand unseres Merkblatts heraus, nicht zuletzt deshalb, um damit deutlich zu betonen, daß man sich als Parasitologe auch bei den Tabaniden befleißigen sollte, auf genaue Artbestimmung zu achten und das Verhalten der einzelnen Arten zu beobachten und zu unterscheiden. Das ist bei den Tabaniden bisher noch viel zu wenig geschehen und so kommt es, daß sich unser hygienisches Wissen meistens ganz allgemein nur auf "Bremsen" bezieht. Wo wir keine genauen Daten speziell für Hybomitra muehlfeldi haben, erwähnen wir deshalb im folgenden die anderen Arten, für die solche Angaben vorliegen, oder beziehen uns weiterhin eben auf Tabaniden bzw. Bremsen allgemein. Hybomitra ciureai dürfte sich im übrigen nach allem, was wir bisher wissen, ganz entsprechend verhalten wie Hybomitra muehlfeldi.

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The Muhlfeld's gadfly Hybomitra muehlfeldi (with supplemental reference to other Middle European tabanid species)