Lemmel's syndrome--a rare cause of posthepatic icterus
Ramsauer, B.; König, C.; Spehn, J.; Klose, G.
MMW Fortschritte der Medizin 150(Suppl 3): 120-122
2008
ISSN/ISBN: 1438-3276 PMID: 19025212 Document Number: 13345
Hintergrund: Extraluminale, periampulläre Divertikel des Duodenums können zu entzündlichen Erkrankungen des hepatobiliären Systems prädisponieren [3]. Diese Konstellation ist von Gerhard Lemmel 1934 erstmals an einer größeren Gruppe (n=34) beschrieben worden [3]. Die Häufigkeit von periampullären Duodenaldivertikeln in der gesunden Normalbevölkerung ist unbekannt, steigt jedoch in Krankenhauskollektiven mit dem Alter an. Methode: Wir sichteten retrospektiv die ERCP-Befunde von 791 Patienten mit posthepatischem Ikterus hinsichtlich des Lemmel-Syndroms. Ergebnisse: Bei 14 (1,8%) Patienten konnten wir ein Lemmel-Syndrom feststellen. Die Divertikel wurden nach Boix eingeteilt [1]. Nur bei Divertikeln mit einer engen räumlichen Beziehung zur Papilla vateri (Typen 1 und 2 nach Boix) lag eine Cholangitis vor. Eine endoskopische Papillotomie begleitet von einer antibiotischen Systemtherapie stellte in unserem Patientenkollektiv (Mittelwert 79 Jahre) eine erfolgreiche und komplikationsarme Therapieform dar. Diskussion: Anhand der Literatur gelang es uns, eine plausible Erklärung zur Pathophysiologie des Syndroms herzuleiten. Bis heute ist der kausale Zusammenhang zwischen einem Divertikel und einer Cholangitis aber nicht bewiesen.
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